Historie
Das Kraftwerk Irsching blickt auf eine bewegte Geschichte zurück. Errichtet wurde die Anlage zunächst als schwerölbefeuertes Kraftwerk in den sechziger Jahren von den Isar-Amperwerken. Wichtigster Grund für die Wahl des Standorts war die Entstehung des Raffineriezentrums Ingolstadt. In den Jahren 1972 und 1974 folgten zum ersten Block mit einer Leistung von 151 MW die Blöcke 2 und 3 mit einer Leistung von 312 beziehungsweise 415 MW.
In den siebziger Jahren wurde die Anlage auf einen neuen Brennstoff umgerüstet: Neben schwerem Heizöl konnte seitdem mit dem schadstoffarmen Brenner auch Erdgas verbrannt werden. Ende der 80iger Jahre wurden zwei Schweröltanks in doppelwandige Tanks für leichtes Heizöl umgerüstet. Seit Anfang der 90iger Jahre werden die Kraftwerksblöcke nur noch mit den umweltfreundlichen Brennstoffen Erdgas und leichtem Heizöl betrieben.
Doch es gab auch unschöne Ereignisse in Irsching, an die sich auch heute noch viele Menschen in der Region erinnern können. Am Sylvestermorgen 1987 machte sich ein Teil der Turbinenwelle von Block 2 beim Hochfahren der Anlage auf und davon. Ein rund 1000 kg schweres Teil der Turbinenwelle aus Stahl flog durch das Maschinenhausdach und schlug rund ein Kilometer entfernt in einem Acker ein. Glück im Unglück, wie durch ein Wunder wurde niemand verletzt. Als Ursache wurde später ein Materialfehler in der Welle ausfindig gemacht. Heute werden alle Turbinenteile bei den sogenannten Revisionen genauestens auf Materialfehler hin überprüft.
Auch 1992 war es kein gutes Jahr für Irsching. In Block 3 kam es bei einem Kaltstart zu einer Kesselverpuffung. Das Kesselhaus wurde dabei schwer beschädigt.
Das Kesselhaus von Block 3 wurde aufwendig repariert, was man heute noch in der leichten Veränderung der Bausubstanz sehen kann. In den neunziger Jahren übernahm das Bayernwerk die Anlage von den Isar-Amperwerken. Die Anlage war zu dieser Zeit nur selten in Betrieb und es drohte sogar die komplette Schließung. Dies änderte sich erst Ende der neunziger Jahre. Seitdem wird Irsching regelmäßig zur Deckung der Spitzenlast eingesetzt.
2000 übernahm die E.ON Kraftwerke GmbH das Kraftwerk. 2006 wurde Block 1 stillgelegt, Block 2 befindet sich seit 1995 in Kaltreserve. In Block 3 wird Strom zur Abdeckung der Spitzenlast produziert. 2006 begann der Neubau der Kraftwerksblöcke Ulrich-Hartmann und Irsching 5. 2010 ging Irsching 5 offiziell ans Netz. 2011 folgte das Kraftwerk Ulrich Hartmann.